Varanasi
Diese heilige Stadt an den Ufern des Ganges ist die wichtigste der sieben heiligen Städte der Hindus. Da sie bereits vor 3.000 Jahren in den Heldenepen Skanda Purana und Mahabharata erwähnt wurde, gilt sie als eine der ältesten Städte der Erde. Damals hieß sie noch Kashi ('das Licht'), wie sie auch heute noch von Millionen von Pilgern genannt wird. Der heutige Name .o.Varanasi; (von den Engländern Benares genannt) leitet sich ab von den zwei Flüssen Varuna und Assi, zwischen deren Mündungen in den Ganges der alte Stadtkern liegt.
Am heiligen Fluß der Inder ziehen sich die Ghats entlang, die Treppenabhänge, an denen sich die heiligen Waschungen der Gläubigen während des Sonnenaufgangs abspielen. Das Bad im Ganges reinigt von den begangenen Sünden und verspricht Absolution. Nach Varanasi kommen und sterben, das ist der Traum jedes Hindus. Wer hier verbrannt und wessen Asche in den Ganges gestreut wird, der entgeht nach dem Glauben der Hindus dem Kreislauf der Geburten und ist erlöst. Daran sollte man denken, wenn man in Varanasi ist.
Für viele Reisende ist die Ansammlung von Bettlern, Kranken, Alten erschreckend, aber derjenige, welcher es schafft, hier zu sterben, gehört wohl schon kurz vor seinem Tod mit zu den glücklichen gläubigen Hindus. Wer den Abscheu überwindet, wird Varanasi mit anderen Augen sehen und einfach nur faszinierend finden.
Während vieler muslimischer Einfälle und darauffolgender Rückeroberungen wurde zwar ein Großteil der Tempel zerstört, jedoch wurden sie alle seit dem Jahr 1738, als die stabile Herrschaft der letzten Maharaja-Dynastie begann, wieder aufgebaut oder an ihre Stelle neue Heiligtümer gesetzt.
Nach Zeitungsberichten hat die Regierung 2,15 Mio. Rupeen zur Verfügung gestellt, um in den nächsten Jahren eine erneute Renovierung der Tempel und Ghats etc. durchzuführen. Auch sollen Probleme der Umweltverschmutzung und der Verunreinigung des heiligen Ganges-Wassers angegangen werden.
Sehenswertes
Der ganze Stadtkern ist eine einzige Zurschaustellung der hinduistischen Religion: Tempel an Tempel, Schrein hinter Schrein, Ghat neben Ghat. Geh zum Sonnenaufgang hinunter zum Fluß und gebe dich dem religiösen Treiben hin. Fotografiere nicht zu aufdringlich oder besser gar nicht. Versuche, mit deinem Herzen zu sehen. Du bist an der heiligsten Stätte des Hinduismus, vergleichbar mit dem Mekka der Muslime oder dem Jerusalem der Juden und Christen. Du kannst dich auch mit dem Boot über den Ganges (Ganga = Fluß) an den Ghats entlangrudern lassen. Leichenverbrennungen finden den ganzen Tag statt, hauptsächlich am Manikarnika Ghat. Hier ist Fotografieren verboten!
An Bauwerken sind besonders hervorzuheben:
- Vishwanath Temple (Goldener Tempel): Der Zutritt ist Nicht-Hindus verwehrt. Ein Führer kann dir gegen ein Bakschisch aber Stellen zeigen, wo du ins Innere schauen kannst. Puja findet morgens und abends zu Ehren Shivas, des Schutzgottes Varanasis, statt. Hier wird er Vishwanath genannt, daher der Name des Tempels. Er liegt in der Nähe des Manikarnika Ghats.
- Bharat Mata Mandir: Ein Tempel, der statt Götterfiguren ein großes, in den Boden eingelassenes Marmorrelief des Indischen Subkontinents beherbergt. Der von Mahatma Gandhi eingeweihte Bau ist der 'Mutter Indien' geweiht. Er liegt 1 km südlich des Bahnhofs in der Vidyapeeth Road.
- Durga Temple und Tulsi Manas Mandir: Der Durga Temple ist der Göttin Durga geweiht, der Frau Shivas. Der Turm des Tempels mit seinen fünf Stockwerken versinnbildlicht das Eingehen aller fünf Elemente der Erde in das Letzte Eine (Brahman). Über eine kleine Treppe könnt ihr auf das Dach gelangen und von dort das Geschehen beobachten. Vorsicht vor den aggressiven Affen!
Direkt daneben liegt der erst 1964 fertiggestellte, etwas kitschig geratene Manas Temple, der Rama geweiht ist.
- Benares Hindu University mit etwa 8.000 Studenten, die hier wohnen und sich in erster Linie mit der hinduistischen Philosophie, Kultur und Religion und der indischen Geschichte befassen. Sie wurde 1916 durch eine Schenkung des Pandits Madan Mohan Malaviya gegründet.
Der im Gelände gelegene Vishwanath Tempel ist Shiva geweiht und jedem zugänglich (7 km südlich der Stadt). Sehenswert ist auch das Universitätsmuseum, Bharat Kala Bhavan, mit einer sehr schönen Sammlung indischer Miniaturmalereien. Das ganze Universitätsgelände ist halbkreisförmig angelegt.
- Ramnagar Fort ist die Residenz der früheren Maharajas von Varanasi, sehenswert ist neben den Gebäuden das königliche Museum.
Wer die Gangesebene auf eigene Faust erkunden möchte, findet diese und weitere Stadbeschreibungen im Reise-Handbuch Indien/Nepal von Barbara Rausch. Es enthält alle wichtigen Anreiserouten, Verkehrsmittel, Unterkünfte, Restaurants und wichtigen Adressen zum Reisen in Indien.
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