Die Religion der Parsen
Die Parsen kamen ursprünglich aus Persien, woher sich ihr Name ableitet. Um ihrer Verfolgung durch die Muslime zu entkommen, flohen sie nach Indien. Der Begründer ihrer Lehre ist Zarathustra, wonach die Religion auch Zoroastrismus genannt wird. Über das Leben Zarathustras ist wenig bekannt. Er soll 600 v.Chr. im heutigen Afghanistan geboren sein, einer adeligen Familie entstammen und eine Ausbildung als Priester erhalten haben.
Er verkündete die Existenz eines einzigen, allmächtigen, unsichtbaren guten Gottes. Er nennt ihn Ahura Masda, den Gott des Lichtes, der durch die Flammen symbolisiert wird. In den Parsentempeln brennt deshalb auch immer ein Feuer. Dieser positiven Kraft steht aber eine negative Kraft, der böse Geist Angra Manju, gegenüber, und es herrscht ein dauernder Konflikt zwischen beiden. Der Mensch wird dazu aufgefordert, sich für eine Seite zu entscheiden; er kann zum Sieg des Guten beitragen, indem er gut handelt, denkt und redet. Die Lehre ist in der heiligen Schrift, im Awesta, niedergelegt, wobei allerdings nur bestimmte Texte, die Gathas, direkt auf Zarathustra zurückgehen sollen. Mit der Zeit ist zu der ursprünglichen Lehre noch die Erwartung eines Erretters hinzugetreten, der zum Jüngsten Gericht erscheinen soll. Das Erscheinen Sauschjants wird 3.000 Jahre nach Zarathustra erwartet.
Die vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde und Luft) sind den Parsen heilig und dürfen nicht verunreinigt werden. Die Toten werden deshalb auf Roste in die Türme des Schweigens gelegt und von den Vögeln verzehrt. Am bekanntesten sind die Türme des Schweigens in Bombay. Dort lebt auch die größte Parsengemeinde Indiens (ca. 80.000). Die Parsen zählen wie die Sikhs zu den wohlhabenden Indern, besitzen überdurchschnittliche Macht im Wirtschaftsleben und sind bekannt für ihre sozialen Aktivitäten. Ihre Zahl ist rückläufig, da Parsen nur untereinander heiraten dürfen. Kinder aus Mischehen gelten nicht als Parsen.
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