Madras

Die 5,4 Mio Einwohner zählende Hauptstadt des südöstlichen Bundesstaates Tamil Nadu ist zwar die viertgrößte Stadt Indiens, jedoch mit Ausnahme kleiner Gebiete nicht der übliche Metropolen-Moloch, wie man es von der Größe her erwarten könnte.
Die aufgezeichnete Geschichte der Stadt beginnt erst im 16.Jh., als die Portugiesen im heutigen Stadtteil Mylapore eine kleine Siedlung errichteten. Bedeutung erlangte der Ort gar erst 1639, als Francis Day für die East-India Company dem Raja von Chanragiri, dem letzten Herrscher des Hampi-Königreiches, das Recht abhandelte, hier die erste Handelsniederlassung in Indien zu gründen. Damit wurde der Grundstein für die über 300jährige britische Ausbeutung gelegt.
Nach Vollendung des Forts St. George 1653 wuchs zunächst eine Siedlung heran, die als Georgetown den Kern des heutigen Madras; bildete. Nach der Unabhängigkeit von der britischen Verwaltung auf Java, im Jahre 1683, wurden dem Ort 1688 von James II. von England die Stadtrechte verliehen. Von da an breitete sich der Einfluß Großbritanniens in Konkurrenz mit den Franzosen ständig aus. Frankreich besetzte sogar einmal kurz die Stadt im Laufe der Vorherrschaftskämpfe auf dem Dekkan, wurde jedoch schließlich von Clive in unbedeutende kleinere Enklaven wie Pondicherry zurückgedrängt. Im 19.Jh. war Madras eine der vier regionalen Hauptstädte Britisch-Indiens.
Heute ist es eine bedeutende Industriestadt (Textilien, Metallverarbeitung, Fahrzeugbau) und zusammen mit Bombay bedeutendster Produktionsort populärer indischer Filme, so daß es Beinamen trägt wie 'Indiens Tor zum Süden' oder 'Hollywood Indiens'.
Darüber hinaus kann die Stadt als spirituelles und kulturelles Zentrum des Südens gelten mit zahlreichen Schulen, Unis, Bildungseinrichtungen und Ashrams sowie künstlerischen Institutionen. Mitte Dezember bis Mitte Januar ist das kulturelle Programm besonders ansprechend.

Sehenswertes
Fort St. George mit Fort Museum, Sekretariat, Leuchtturm und St. Mary's Church (am 28.10.1680 geweiht), der ersten anglikanischen Kirche in Indien, am nördichen Ende der South Beach Road, ist eine eindrucksvolle Einführung in die Geschichte und Bedeutung der British East India Company. Das Fort wurde im 17. Jh. von dieser Gesellschaft erbaut, die ja von 1600 bis Mitte des 18. Jh. allein den indischen Subkontinent ausbeutete. Damit schuf die British EIC die Grundlagen für den britischen Imperialismus, der - erst ab 1757 von der Krone militärisch unterstützt - ein Fünftel der Menschheit dirigierte, allerdings ab 1857 ohne die mächtigste Firma der Welt. Ein guter Einblick in die Kolonialgeschichte Indiens. Die Handelsvertretung der Company nahm hier am 24.9.1641 nach Fertigstellung des Forts als erste in Indien ihre Arbeit auf. Siehe zur Geschichte auch das einführende Madras-Kapitel 'Überblick' und das Landeskunde-Kapitel. Beim Govt. of Tamil Nadu Tourist Office und beim Govt. of India Tourist Office gibt es ein ausführliches Faltblatt mit Lageplan und Infos.

Der Marina Beach schließt sich südlich an. Die Promenade lädt zu einem Bummel ein. Nacheinander kommt man vorbei an der Madras University und dem Aquarium.

Der Parathasarathy Temple liegt etwas abseits südlich davon an der Triplicane High Road. Der Krishna geweihte Tempel wurde im 8.Jh. durch die Pavallas erbaut und im 16.Jh. von den Vijayanagar-Königen renoviert.
Nach dem Leuchtturm erhebt sich am Südende der South Beach Road die Sankt Thomas Kathedrale, in der die sterblichen Überreste des Apostels begraben liegen sollen. Die Kirche wurde 1504 fertiggestellt und Ende des 19.Jh. wieder aufgebaut. Nahebei liegt im südlichen Stadtteil Mylapore der Kapaleswara Tempel mit dem großen Lotusblumenteich und dem typisch drawidischen Gopuram, dem reichverzierten Torturm.
Die Theosophical Society World Headquarters inmitten eines riesigen Parks folgen südlich der Adyar Bridge. Wer sich für spirituelle Bewegungen und Religionen interessiert, findet hier Informationen, Gesprächspartner, einen Buchladen und eine Bibliothek. Ansonsten ist hier der Botanische Garten und der riesige Affenschwanzbaum (Banyantree) mit seinen 70x75 m Flächenausdehnung einen Besuch wert.
Der Guindy Deer Park liegt im südwestlichen Stadtteil Guindy nahe dem Raj Bhavan. In diesem 'Nationalpark' kann man freilebende indische Antilopen und andere seltene Tiere beobachten. Die Schlangen im Terrarium sind von 9.00-18.00 Uhr für 1.- Rs zu sehen. Und nochmal was für Naturbegeisterte:
Auf dem Gelände der Agri-Horticultural Society, (Do geschlossen) St. George Cathedral Road, steht ein weiterer riesiger Affenschwanzbaum, in dem man sogar umherlaufen kann. Auch viele andere fremdartige Pflanzen gibt es hier, viele sind zum Verkauf angeboten. Weil wir jetzt sowieso wieder in der Innenstadt sind, noch zum - Government Museum mit Art Gallery, Pantheaon Road, Egmore, das von 8.00-17.00 Uhr täglich außer freitags und feiertags geöffnet ist. Geringer Eintritt. Die interessantesten Abteilungen sind die Archäologie und die Bronze- und Gemäldegalerie mit antiken und modernen Stücken.


Zurück zur Titelseite Indien
Zurück zur Titelseite Destination Asien
Stromrechner DIe besten Tarife im Strom-Dschungel
Strompreis sie steigen,doch sie können sparen
Stromtarife Vergleichen Sie den Strom
Auto Neuwagen im Internet finden