Die Religion der Jains

Der Jainismus ist in Indien gleichzeitig mit dem Buddhismus im 6.Jh. vor unserer Zeitrechnung entstanden. Er lehnt ebenso wie dieser das Kastensystem ab und wendet sich an alle Menschen, gleich welcher Herkunft. Sein Begründer Vardhama Mahavira erhielt von seinen Anhängern, nachdem er die Erkenntnis erlangt hatte, den Namen Jaina, 'der Sieger' (daher Jainismus). Mahavira sieht sich als der letzte der 24 Weltenlehrer (Tirthankars), die immer wieder den Weg der Erlösung aufzeigen.
Die Jainas sind Vegetarier, halten sich sehr streng an das Tötungsverbot, sind asketisch eingestellt und sehen Meditation als ein sehr wichtiges Werkzeug an. Sie glauben wie die meisten asiatischen Religionen an den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt und die Möglichkeit der Erlösung davon. Sie erkennen kein göttliches Wesen an. Götter sind nur auf einen höheren Bewußtseinsstand gelangte Lebewesen.
Viele Jains leben in Klöstern. einige tragen sogar Mundbinden, um keine Insekten versehentlich zu verschlucken, und kehren den Boden vor jedem Schritt. Das Mönchtum gliedert sich in zwei Gruppen: in die Digambaras, d.h. 'die Luftgekleideten', da sie auf jegliche Kleidung verzichten und sich nur in den Klöstern aufhalten, und die Schwetambaras, d.h. 'die Weißgekleideten'.
Die schönsten Jaintempel stehen in Mount Abu und Palitana. ein Besuch im schön gelegenen Mount Abu ist wärmstens zu empfehlen. In Indien leben 2,7 Mio. Jainas. Sie sind im Gesellschaftsbereich äußerst erfolgreich und haben viel Einfluß.


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