Geld & Währung
Währung ist die Indische Rupie, abgekürzt Rs für Rupees. Eine Rupie hat 100 Paisa (P oder Ps).
Münzen
Der Wert ist in arabischen Ziffern angegeben, was uns das Erkennen leichter macht. Paisa-Münzen sind rar; wundere dich also nicht, wenn du weniger herausbekommst, oder statt des erwarteten Kleingeldes Süßigkeiten, Briefmarken oder den lapidaren Satz 'No change!' empfängst.
Noten
Paß auf, daß du auch tatsächlich Indische Rupien bekommst, alle anderen sind weniger wert. Keine alten, zerrissenen oder verdreckten Noten annehmen, sie sind absolut nicht mehr zu wechseln. Aus unerfindlichen Gründen sind sie im normalen Zahlungsverkehr nichts mehr wert. Deshalb versucht auch jeder Kellner, sie dem Neuling anzudrehen. Als Ausländer hat man nur die Möglichkeit, diese Scheine auf der Bank of India umzutauschen, aber auch nicht in allen Filialen! Selbst da dauert es Stunden. Besonders peinlich ist die Sache, wenn es Wochenende, Umtauschen also unmöglich ist und man nur zerrissene 100 Rs-Noten hat ...
Deviseneinfuhr
Die Einfuhr harter Währungen in bar oder als TC ist in unbegrenzter Menge möglich. Ab dem Gegenwert von 10.000 US$ ist eine Devisenerklärung auszufüllen. Die Einfuhr pakistanischer, nepalesischer und ceylonesischer Währung ist nicht erlaubt. Die Einfuhr indischer Rupees ist nur erlaubt in Form von Cheques, die auf Vorbestellung bei allen Banken oder direkt bei der 'State Bank of India', Große Gallus Straße 10-14, D-6000 Frankfurt, T 069/13090, erhältlich sind.
Schwarzmarkt
Auf dem Schwarzmarkt der Großstädte wie Bombay werden manchmal für 1 US$ bis zu 15 % mehr als beim offiziellen Kurs geboten, z.B. in Hotels und einigen besseren Läden. Je höher der gebotene Kurs, desto eher besteht die Gefahr, daß du übers Ohr gehauen wirst!
Denke daran, daß Schwarztauschen dem Gastland erheblichen Schaden zufügt und du damit den Reichsten in die Taschen wirtschaftest. Frage dich, ob es dein kleiner Gewinn wirklich wert ist, z.B. ein wichtiges Versorgungsprojekt in einer unterentwickelten Region zu verzögern, weil dem öffentlichen Haushalt die entsprechenden Devisengewinne fehlen, ja, die Devisen sogar für den Import zweifelhafter Luxusgüter in die Industrienationen zurückfließen.
Kurse und Wechselquittungen
Die offiziellen Kurse betragen für Travellers Cheques etwa:
1 US$ = ca. 26.- Rs; 1 DM = 16.- bis 17.- Rs; 1 sFr = 17.- bis 18.- Rs. Die Kurse für Bargeld sind geringfügig niedriger als für Cheques. Der Kurs der Rupie ist von den westlichen Währungen abhängig und befolgt dabei grob die folgende Regel: Steigt der Dollar, gehen die anderen Währungen runter; fällt der Dollar, werden z.B. DM und sFr höher bewertet. Früher hatte ich deshalb immer DM und Dollar jeweils zur Hälfte mitgenommen. Wegen der Unberechenbarkeit des Dollars in den vergangenen Jahren, bleibe ich inzwischen bei der eigenen Währung und nehme nur noch eine kleine Anzahl von Ein- oder Fünf-Dollar-Noten für den Notfall mit.
Alle Wechselquittungen aufheben, sonst ist kein Rücktausch möglich. Außerdem braucht man sie bei längeren Aufenthalten für die Income Tax Clearance. Bei jedem Tauschvorgang muß der Reisepaß vorgelegt werden. Die günstigsten Kurse bietet oft die State Bank of India, manchmal auch die Overseas Bank, American Express, Indian Bank oder Bank of Baroda. Kursunterschiede bis zu 10 % sind möglich. Immer viel Kleingeld einwechseln! An Wochenenden bestehen an den internationalen Flughäfen und in den teuren Hotels Wechselmöglichkeiten.
Überweisungen
Schnell und zuverlässig sind telegraphische Überweisungen an die Hauptstellen der Bank of Baroda in den Großstädten sowie an das Foreign Department einer anderen Geschäftsbank. Reisende bekamen bei der Bank of Baroda ihr Geld schon nach zwei Tagen, wenn sie es über Telex angefordert hatten.
Wer das Geld sehr dringend braucht, bekommt es innerhalb von drei Tagen durch eine telegraphische Überweisung über ein Thomas Cook Reisebüro. Das kostet jedoch je nach Höhe des Betrages zwischen 50 und 150 DM. Außerdem braucht der Reisende daheim jemanden, der erst mal das Geld bei einem Thomas Cook Reisebüro einzahlt, z.B. in der Kaiserstraße 2 in 6000 Frankfurt.
Banküberweisungen sind zuverlässig über die Deutsche Bank, da sie die meisten Auslandsbeziehungen unterhält. Telegrammtext deiner Hausbank: 'Pay to Mr. ..., German, Passport No. X000 000, the sum of US$ 1000, payable in US$ (DM).' Ein Teil des Geldes wird bar ausgezahlt, der Rest in Traveller Cheques. Eine Leserin hinterlegte bei einer Filiale der Deutschen Bank ihr Sparbuch (Girokonto ist besser) und gab der Bank die Vollmacht, auf eine Brief- oder Telex-Anfrage von ihr das Geld an die Deutsche Bank in Bombay oder Delhi, Tolstoy House, 15-17 Tolstoy Marg, zu überweisen. Das dauerte per Telex zwei Tage. Inzwischen haben auch andere Leser diese positive Erfahrung gemacht.
Vergeßt nicht, euch ein Überweisungszertifikat ausstellen zu lassen. Ihr braucht es z.B. beim Kauf von Flugtickets, sonst bekommt ihr kein Ticket. Die Bank muß die Bescheinigung gegen eine geringe Gebühr bei Summen über 5000.- Rs ausstellen. Sie vergessen es aber gerne.
Kreditkarten
American Express gibt es in Madras, Delhi, Bombay, Calcutta und Srinagar. Hier gibt es Geldnachschub mit der Karte. Bei jeder American Express Stelle gibt's einen Prospekt mit sämtlichen Adressen. Hier bekommt man auch die Ersatzcheques bei Verlust. Ansonsten ist die American Express Karte nicht sehr berühmt in Indien, oft muß man auf die damit gezahlten Rechnungen eine hohe Gebühr zahlen.
Zurück zur Seite touristische Informationen Zurück zur Titelseite Indien