Andamanen

Die Gruppe der Andamanen und Nikobaren liegt im Golf von Bengalen und besteht aus 298 Inseln mit einer Fläche von 8293 qkm, die entlang einer Strecke von 7OO km verlaufen.
Sie sind seit einigen Jahren teilweise für Touristen zugänglich. Für den Besuch der Inseln benötigt man jedoch ein Permit, das man sich am besten von einer indischen Botschaft im Ausland gleichzeitig mit dem Visum ausstellen läßt. Umständlicher ist es das Permit in Indien zu beantragen. Es kann beim Immigration Office in Delhi, Bombay, Calcutta, Madras oder Port Blair, der Hauptstadt der Inselgruppe, beantragt werden kann. Das Ganze dauert auf dem Festland ca. 1-3 Tage und erfordert das Ausfüllen von 6 Formularen sowie 2 Paßbilder. Ein Schiffsticket von der Shipping Corporation of India in Calcutta und Madras (siehe dort) bekommt man nur, wenn man das Permit vorweisen kann. Für Verwirrung ist also reichlich gesorgt. In Madras ist das Chief Immigration Office, 9 Village Road, zuständig. Flugreisende bekommen das Permit meist bei Ankunft in Port Blair ausgestellt. Genau erkundigen, da sich alle Bestimmungen wieder ändern können.
Das Permit gilt für 15 Tage, ein längerer Aufenthalt muß bei dem Ministry of Home Affairs, Delhi, beantragt werden. Auch mit dem Permit können nur wenige Gebiete der Inselgruppe besichtigt werden. Neben Port Blair Stadtgebiet, Jolly Buoy, Cinque Island, Havelock Island, Neill und Redskin sind Ross Island und Viper Island als organisierte Ausflüge erlaubt. Änderungen sind hier jederzeit möglich.
Übernachtungsmöglichkeiten bestehen nur in Port Blair, Corbyn's Cove und auf Havelock Island. Zu allen anderen Inseln sind nur Tagesausflüge möglich. Diese Einschränkungen sind vor allem zum Schutz der Eingeborenen, die auf einigen Inseln völlig abgeschieden von der Zivilisation leben, gedacht. Die Nikobaren können nur von Indern mit einer speziellen Genehmigung des Home Ministry besucht werden. Einige Inseln sind jedoch auch Indern versperrt.
Viele Inseln des Archipels werden von verschiedenen Stämmen bewohnt. die bereits in der Steinzeit dort lebten. Zu ihnen gehören die Onges, die Jarwans, die Nikobaren und die Shompens. Diese Stämme unterscheiden sich sehr voneinander, und ihre Beeinflussung durch die Zivilisation ist unterschiedlich weit fortgeschritten. Die Nordsentileser etwa leben in vollkommener Abgeschlossenheit, wohingegen die Onges, die zu den andamanischen Negritos gehören, ihre Kleidung und Eßgewohnheiten der immer näher rückenden Zivilisation angepaßt haben.
Von der Gesamtfläche sind 7144 qm Waldgebiet. Die Gewässer sind sehr fischreich und bieten ausgezeichnete Bedingungen zum Schnorcheln und Tauchen. Unterwasserfotografie ist in ausgewiesenen Gebieten erlaubt, die Mitnahme von Korallen, Fischen oder anderen Objekten allerdings verboten. Die Wassertemperatur beträgt das ganze Jahr über etwa 24 Grad. Das Klima der Andamanen und Nikobaren ist tropisch. Die Temperaturen schwanken zwischen 23 und 31 Grad, aufgrund einer ständigen leichten Brise ist die hohe Luftfeuchtigkeit jedoch nicht so unerträglich wie auf dem Festland. Allgemein herrscht angenehmes Wetter, es gibt aber zuweilen Stürme und Zyklonen.
Da die Inseln an Sehenswürdigkeiten nicht viel zu bieten haben, sind sie eher für Naturliebhaber und Erholungssuchende geeignet.

Port Blair

Von den etwa 200.000 Einwohnern der Inseln lebt etwa ein Drittel in der Hauptstadt Port Blair, einer ehemaligen Strafkolonie der Engländer. Zahllose Gefangene und Freiheitskämpfer schmachteten im Gefängnis 'Cellular Jail', das inzwischen zum Nationaldenkmal erklärt wurde. Nur 3 der ursprünglich 7 Flügel sind erhalten. Um 19.15 wird eine unterhaltsame 'sound and light show' für 3.- Rs geboten.

In der Chatham Saw Mill, der größten Sägemühle Asiens, können die vielen Nutzholzarten der Inseln besichtigt werden. Die Hölzer werden u.a. zu kommerziellem Sperrholz, Zündhölzern und Furnierholz verarbeitet.

Im anthropologischen Museum sind Nachbildungen der Wohnstätten der Eingeborenen zu besichtigen, außerdem Geräte und Werkzeuge, die einen guten Einblick in die Lebensweise geben.

Das Marine Museum weist eine große Anzahl einheimischer Meerestiere auf, die die Artenvielfalt dieses Archipels veranschaulichen.

Eine große Vielzahl einheimischer Vögel, Reptilien und Rotwild sind im Zoo Port Blairs zu besichtigen.

Im Cottage Industries Emporium sowie in einer Reihe von Kleinbetrieben kann man kunsthandwerkliche Arbeiten erstehen, die vor allem aus Perlmutt und Naturhölzern hergestellt werden.



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